Zeit der Häresie

Bricht eine Zeit der Häresie ein? Ein Zeit der Querdenker und neuer Weltanschauung?

Häresie war im engeren Sinn, im Mittelalter eine Aussage oder Lehre, die im Widerspruch zu kirchlich-religiösen Glaubensgrundsätzen steht.

Heute könnte man auch sagen, vom vorherrschend, naturwissenschaftlichen, säkularen Weltbild.

Im weiteren Sinn kann eine Häresie eine vom Anerkannten abweichende Lehre sein, die von der Mehrheitsgesellschaft verfolgt und anerkannt wird, Meinung, Doktrin, Ideologie, Weltanschauung, Mainstreammeinung oder Philosophie sein. Ein Häretiker ist ein Vertreter einer Häresie.

„Die besten Reformer, die die Welt je gesehen hat, sind die, die bei sich selbst anfangen.“ George Bernard Shaw

Zur Zeit erleben wir einen Umbruch, mit vielen offenen Frage, wie z.B. die Zeit nach Corona, Klimawandel, Ernährung. Gesundheit, Sicherheit, nachhaltiger Wirtschaft usw.

Es ist Zeit für einen Bewusstseinswandel, nicht nur in Deutschland, sondern global.

Deutschland könnte jetzt eine Vorreiterrolle einnehmen und sich einer seiner Kernkompetenzen bewusst werden.

Das Land der Dichter und Denker hat mehr zu bieten als Industrie 4.0. Es könnte einen wesentlichen Beitrag leisten zu neuen Lebens,- und Gesellschaftsmodellen.

So wie Frankreich einmal inspiration für viele Generationen und Kulturepochen bis zur heutigen Zeit war, Philosophen und Künstler, wie René Descartes, Blaise Pascal, Voltaire, Jean-Paul Charles Aymard Sartre oder Paul-Michel Foucault, tiefgreifende Denkimpulse der Zeit gaben, so hatte auch Deutschland eine Ära grosser Denker, die unentwegt bemüht waren, Antworten auf grundlegende (Sinn-)Fragen über die Welt, über den Menschen und dessen Verhältnis zu seiner Umwelt und zum Kosmos zu finden.

Dazu gehörten Hegel, Kant Friedrich Wilhelm Nietzsche, Christian Thomasius, Christian Wolff, Moses Mendelssohn, Lessing, Immanuel Kant, Johann Gottfried Herder und viele andere mehr.

Doch die heutige Philosophie müsste wieder zurückfinden zu der alten, natürlichen, mittelalterlichen Philosophie, einer Philosophie der Metaphysik und neue Wege einschlagen, um die Natur, Universum, Gott und die Gesellschaft zu begreifen. Die Philosophie des Intellektes ist unvollständig.

Indische Philosophen, mit denen ich mich seit Jahrzehnten beschäftige, sie sind im Westen wenig bekannt, haben über viele Tausend Jahre, lange vor europäischen Philosophen erkannt, wie wichtig Nachhaltigkeit, die Integration von Körper, Seele, Geist und Umwelt ist.

Zu den bekannteren Philosophen gehören, nur um einige zu nennen:

Ashoka, (268 bis 232 v. Chr) Vyasa, Patanjali, Parashara, Shankara, Ramanujna, Gaudapa, Vivekananda, Sri Aurobindo, Nagarjuna, Rabindranath Tagore, Ramana Maharishi und viele mehr.

Die indische Philosophie gehört zu den ältesten philosophischen Traditionen der Welt. Sie geht zurück auf die Veden („Wissen“), eine Sammlung von geschichtlichen, naturwissenschaftlichen und religiösen Texten. Ein näheres Verständnis dieser Denkströmungen würde sicherlich bereichernd sein und gut für unsere Bildung.

Heute müsste Deutschland wieder zu dem werden, was es über Generationen war. Vordenker und Gestalter von Ethik, sozialem Miteinander, Kunst, Dichtung und Philosophie. Impulsgeber für Werte.

Auf diesem Wege könnte Deutschland wieder zu einem neuen Verständnis der Gesellschaft und globalen Miteinanders beitragen und wichtige Impulse setzen.

Hin zu einer Abkehr der Gewinnmaximierung zu mehr Menschlichkeit und einer Neuausrichtung zur Potentialmaximierung des Menschen, sowie einer nachhaltigen Entwicklung von Sozioökonomie, als eine moralisch, sozial-ethische korrigierte Ökonomie. Mensch, Gott und Natur im Mittelpunkt.

„Heyam Dukham Anagatam.“
Die Welt ist eine Familie.

Zitat:

„Oft spüren Häretiker zuerst die Zeichen der Zeit, und manchmal waren verurteilte Ketzer, die manifest Unrecht hatten, die innigsten Freunde Gottes.“

Carl Friedrich von Weizsäcker.

Physiker, Philosoph, Leiter des Max-Planck-Institutes, gilt als der letzte deutsche Universalgelehrte, der sich als Zeit-Diagnostiker, Mahner und Vordenker der „Weltinnenpolitik“ durch Jahrzehnte höchste Autorität erwarb (Deutschland, 1912 – 2007).

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